„Do it!“ Limburg – ein Erfolgsmodell!

Insgesamt nutzten 3300 Schüler aus dem gesamten Landkreis die Chance, in 54 verschiedene kaufmännische und handwerkliche Tätigkeiten hineinzuschnuppern und die Berufe praktisch zu erproben. Am Abschlusstag präsentierten sich die beteiligten Unternehmen mit ihren Auszubildenden und Führungskräften.

„Es hat mir riesig Spaß gemacht, anderen Jugendlichen etwas beibringen zu können“, sagte der 16-jährige Robin Böcking, Auszubildender im ersten Lehrjahr bei einem Stuckateur-Meisterbetrieb. Bei den Minipraktika stand die filigran-künstlerische Tätigkeit des Stuckateurs im Mittelpunkt, so hatten sich vorwiegend Mädchen dafür angemeldet.

Die Minipraktika bei der Firma Limtronik hingegen waren fast überwiegend von männlichen Schülern gebucht. „Das mag von den Schulen beeinflusst sein“, mutmaßte Ausbildungsleiter Michael Schwertal, dabei seien die elektronischen Berufe genauso für Frauen geeignet.

Am Stand einer Krankenkasse erkundigte sich die 14-jährige Rosali Ax aus Runkel zusammen mit ihren Eltern nach einem Praktikumsplatz. „Auch wenn es nur um ein kurzfristiges Praktikum geht, müssen wir die Bewerber sehr sorgsam auswählen“, erklärte AOK-Mitarbeiter Michael Engelmann. Denn man trage besondere Verantwortung für den Datenschutz der Versicherten.

Auch vieles, was Praktikanten im Limburger Landgericht erfahren, ist nicht unbedingt für die Öffentlichkeit bestimmt. „Unsere Praktika sind sehr begehrt“, weiß die stellvertretende Geschäftsleiterin Christiane Gallois-Platen, für das kommende Jahr seien schon fast alle Plätze vergeben. Sie fände es günstiger, wenn die Schulen des Kreises nicht nahezu gleichzeitig die Praktika auf ihrem Lehrplan hätten und sich die Nachfrage nach Praktikumsplätzen mehr über das Jahr verteilen würde.

Die fünfköpfige Familie Zey aus Waldbrunn nutzte den letzen Messetag für einen Familienausflug. Der älteste Sohn hatte zuvor bei den Minipraktika einige Metallberufe kennengelernt und wollte nun bei den ausstellenden Unternehmen schauen, wo es denn im Praktikum hingehen könnte.

Zwar steht für seine Geschwister die Berufsorientierung noch in weiter Ferne, doch durften auch die Jüngeren unter fachlicher Anleitung am Stand der Tischler und Schreiner von der Friedrich-Dessauer-Schule eine kleines Werkstück anfertigen oder am Stand der Firma Albert Weil in den Bagger-Simulator klettern.

„Lassen Sie die jungen Menschen teilhaben und nehmen Sie sie in die Pflicht“, ermunterte Christopher Bilo alle Ausbildungsbetriebe. Er selbst habe durch ein Praktikum bei der Sparkasse erfahren, wie viel Freude ihm der Umgang mit Kunden mache und sich daraufhin um eine Ausbildung beworben. Inzwischen ist er im zweiten Lehrjahr.

„Ich fühlte mich schon als Praktikant im Team ernst genommen; mir wurde Verantwortung übertragen und ich konnte kleine Erfolge genießen“

So erinnert sich der 20-Jährige. Das sei ausschlaggebend gewesen, sich für die duale Ausbildung statt den akademischen Weg zu entscheiden.

 

„Schulische Noten, vor allem in Mathematik, Physik und Chemie, sind ein Kriterium für die Auswahl unserer Lacklaborant-Auszubildenden“, sagte Roland Hofmann von der Weilburger Coatings GmbH. Doch brauche es für die Laborarbeit auch gewisse Fähigkeiten zum Umgang mit Maschinen und Materialen.

Deshalb müssten die Bewerber sich auch einen praktischen Test unterziehen. „Die beste Bewerbung ist ein Praktikum“, konstatiert er. Deshalb nehme seine Firma bis zu 25 Praktikanten pro Jahr. Für einige davon wurde das Praktikum zum Eintritt in das Berufsleben.

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