Elektroautos hören!?

Elektroautos sind bei niedrigen Geschwindigkeiten von unter 50 km/h akustisch in der Regel nicht wahrzunehmen. Die Reifenabrollgeräusche sind bei diesen Geschwindigkeiten so leise, dass sie kaum erfasst werden können. Weil der Elektroantrieb ebenfalls keine Geräusche abstrahlt, sind Elektrofahrzeuge gerade in den Wohngebieten für Fußgänger akustisch nicht wahrnehmbar. Da die meisten Straßenquerungen von Fußgängern nicht an gesicherten Ampelüberwegen stattfinden und die Ampeln häufig keine Zusatzeinrichtungen für blinde und sehbehinderte Menschen haben, ist es für diese immer schwerer, selbstständig eine Straße zu überqueren, ohne sich in Gefahr zu bringen.

Die Friedrich-Dessauer-Schule unterstützt aus diesem Grund die Forderungen des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes zum Thema Elektromobilität. Damit blinde und sehbehinderte Menschen nicht durch geräuscharme Fahrzeuge gefährdet werden, solle bei der Förderung der Elektromobilität und bei der Anschaffung von öffentlichen Verkehrsmitteln schon heute der Einbau von akustischen Warnsystemen (AVAS) Pflicht werden. Die Politik dürfe das Inkrafttreten der europarechtlichen Vorgaben zur Elektromobilität (EU-Verordnung 540/2014) im Jahr 2021 abwarten.

Share