Bleibende Eindrücke – Klassenfahrt München

Die seit vielen Jahren traditionelle Klassenfahrt der Baufachstufen der Friedrich-Dessauer-Schule und des Ausbildungszentrums der Bauhandwerksinnung besaß in diesem Jahr die schöne Stadt München als Ziel. Ausbildungsleiter Carsten Pabst und Klassenlehrer Mirko Mausbach hatten für die Jugendlichen im Vorfeld ein abwechslungsreiches Programm ersonnen, das sowohl fachliche, bauhistorische, geschichtliche als auch kulturelle Schwerpunkte beinhaltete.
Am Montag hieß es bereits um 5 Uhr in der Früh: „Abfahrt vom Bahnhof in Limburg“. Trotz des sehr starken Sturms am Vortag und heftigen Schneefällen schafften es alle Schülerinnen und Schüler mehr als pünktlich zum Zug und die Reise konnte gutgelaunt in Richtung Frankfurt am Main angetreten werden. Leider änderte sich die gute Laune bereits kurze Zeit später, da die Bahn die Hälfte des ICEs von Frankfurt nach München ‚verloren‘ hatte und trotz Sitzplatzreservierung nicht jeder einen Platz bekam. In Arschaffenburg musste der Zug sogar wegen Überfüllung eine halbstündige Zwangspause einlegen, während der einige Fahrgäste aussteigen mussten. Entsprechend war die Ankunft etwas später als ursprünglich geplant. Nach dem ersten zünftigen Mittagessen in München konnten dann auch die Zimmer im Hotel bezogen werden. Zum Abschluss wurde der Anreisetag mit einem kleinen Orientierungsmarsch beendet, in dem die ortskundigen Betreuer den jungen Maurern (sowie der einzigen Maurerin) und Stahlbetonbauern wichtige Orientierungspunkte, Einkaufsmöglichkeiten und die Nutzung der lokalen Nahverkehrsmittel erläuterten.
Am Dienstag musste erneut früh aufgestanden werden, da der Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau und der Gedenkstätte „Arbeitslager Dachau“ anstanden. Da Dachau etwas außerhalb von München liegt, dauerte die Fahrt eine gute Stunde. Die gebuchte Führung wurde von einem extrem kompetenten „Guide“ durchgeführt der dank der ungemein interessierten und disziplinierten Gruppe die Besuchertour spontan um 30 Minuten verlängerte. Der Terror des NS-Regimes machte viele Teilnehmer sehr nachdenklich und trotz des strahlenden Sonnenscheins und der frühlingshaften Temperaturen war die Stimmung am Ende gedrückt – was nicht verwunderlich ist – da, obwohl Dachau ein Arbeitslager und kein Vernichtungslager war, über 41.500 Menschen ums Leben kamen. Am Abend war dann für die Gruppe ein Tisch in einem typisch bayrischen Brauhaus reserviert und die allesamt volljährigen Schüler und die Schülerin hatten die Möglichkeit gemeinsam die „Schmankerl“ der bayrischen Küche kennenzulernen.
Mittwochs kam das Highlight der Klassenfahrt aufs Programm: Der erstmalige Besuch der internationalen Handwerksmesse. Im ungeheuer riesigen, 74.000 m² umfassenden, Münchner Messekomplex hatten über 1000 Veranstalter ihre Stände aufgeschlagen. Vom Kunst- und Goldschmiedehandwerk über einen riesigen Bereich an Schreinern und Möbelbauern bis hin zu den klassischen Handwerksberufen war alles vertreten. Das Münchner Pendant des Ausbildungszentrums hatte in Halle C3 eine Lehrbaustelle unter dem Motto „Rohbau in fünf Messetagen“ eingerichtet. Hier zeigten Auszubildende des Zimmerer- und Maurerhandwerks wie es mit modernen Werkstoffen und Techniken möglich ist, zeiteffizient ökologisch und ökonomisch zu bauen. Selbstverständlich durfte bei den jungen Leuten auch die typische Jagd nach den bekannten Messemitbringseln nicht fehlen. In der anschließenden abendlichen Freizeit hatten die Schüler dann die Möglichkeit, München auf eigene Faust kennenzulernen.
Am Donnerstag stand dann eine bauhistorische Führung durch die wunderschöne Münchner Innenstadt an. Zu Beginn galt es den Turm der frühgotischen Peterskirche mit seinen 91 Metern architektonischer Höhe und seinen 306 Stufen zu erklimmen. Für den Einen oder Anderen war das schon ein sehr schweißtreibender Einstieg in den Tag, der allerdings mit einer wundervollen Aussicht über München belohnt wurde. Nachdem es zu Beginn um „Höhenmeter“ ging, galt es danach „Strecke“ zu machen. Vom neugotischen Rathaus über den Viktualienmarkt bis schlussendlich zur Residenz wurden verschiedene Baudenkmäler besichtigt und besprochen. Den Abschluss der „Tour durch Münchens Architektur“ machte ein Besuch in der imposanten barocken Theatinerkirche am Odeonsplatz. Zur Mittagszeit teilte sich die Gruppe auf. Ein Teil wollte das deutsche Museum besuchen, während ein anderer Teil von den „BMW-Welten“ am Olympiagelände und dem BMW-Museum angezogen wurde. Der Spätnachmittag konnte dann für den Einkauf der typischen München-Souvenirs genutzt werden, bevor am Abend das gemeinsame, obligatorische Abschlussessen auf dem Programm stand.
Der Heimreisetag, freitags, war im Vergleich zur Hinfahrt eher unspektakulär – nachdem die Zimmer aufgeräumt und gereinigt waren, begab sich die Gruppe an den Münchner Ostbahnhof, um von da aus mit dem pünktlichen und nicht überfüllten IC in Richtung Heimat aufzubrechen. Um 17 Uhr hieß es dann in Limburg: „Auch die schönste Reise endet einmal“ und die jungen Menschen konnten in ihr wohlverdientes Wochenende starten.
Die Betreuer (Herr Pabst und Herr Mausbach) bedanken sich bei dieser extrem zuverlässigen und disziplinierten Gruppe und drücken die Daumen für den nun anstehenden Endspurt in die Abschlussprüfungen im Mai bzw. Juni: Ihr wart spitze Jungs (und Anna-Lena) – mit euch kann man wegfahren.

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