Projektarbeit „Bäume pflanzen leicht gemacht“

Die Schüler der Fachoberschulklasse 12A FOS Maschinenbau hatten von ihrem Lehrer den Auftrag bekommen, eine Lösung zu finden, wie Kundinnen und Kunden im Internet ein Produkt bestellen können, mit dem sie ohne Vorkenntnisse möglichst leicht einen sogenannten „Tiny Forest“ pflanzen können. Tiny Forests sind Mischwälder auf einer kleinen Fläche mit dichter Bewachsung, die meist im urbanen Raum angelegt werden.

Die Vorgabe an die Schüler war, sich kreative Ideen auszudenken, um auf einer Fläche von 10 x 20 Meter verschiedene Baumarten (Eichen, Kastanien, Buchen, Walnussbäume usw.) anwenderfreundlich wachsen zu lassen. Die Materialien des Endproduktes mussten kompostierbar sein.

Die Produktidee sollte entweder durch Handskizzen oder 3D-Modelle mit der CAD-Software „SolidWorks“ visualisiert werden. Eine Vermarktung des Produktes sollte ebenfalls geplant werden.

Vorgestellt werden für die Leistung der gesamten Klasse hier drei Vorschläge, die neben einer Idee auch noch ein fertiges Produkt realisierten.

Die Gruppe „Easyforest 360“ von Tobias Hartmann, Lukas Kunz und Tim Volkaert überzeugte mit einer in SolidWorks erzeugten Konstruktion, deren 3D-CAD-Modell mit dem 3D-Drucker der Schule ausgedruckt wurde.

Die Schüler nutzten aus recyceltem Altpapier bestehende, angefeuchtete Einweghandtücher und platzierten zwischen diesen eine Eichel, Nuss oder einen anderen Samen. Durch die vorgegebene Form der unteren Konstruktion wurde der Baumsamen mit Hilfe einer Handhebelpresse mit den feuchten Papierhandtüchern verpresst, aber nicht beschädigt, und das überstehende Papier perforiert. Um eine lange Kette bzw. ein Netz aus „Samentaschen“ zu erhalten, wurde noch gedrehter Naturbast mitverpresst.

Die Gruppe präsentierte außerdem die eigens erstellte Homepage www.easyforest360.de.

Auf eine reine Metallkonstruktion setzte Jakob Hassler, der seine Bauteile selbst auf einer Drehmaschine herstellte. Bei seiner Idee werden Stücke eines alten, angefeuchteten Eierkartons mit Erde und Samen befüllt und in einen Zylinder gegeben. Ein passgenau gedrehter Stempel wird in den Zylinder eingeführt, der mit einer Hebelpresse den Eierkarton um Erde und Samen presst. Das überschüssige Wasser fließt unten ab und es entsteht eine Art „Pflanztab“.

Die Gruppe von Niklas Weinfortner, Oliver Lautenschleger und Jonas Staudt stellte aus Abfällen einer Biogasanlage eine Art „Seedbomb“ her. Die als Dünger nutzbaren Abfälle wurden mit Bio-Kokosfett vermischt und um die Baumsamen gepresst. Erste Tests in freier Natur zeigten, dass die Samenbomben auch in trockenem Zustand nicht zerfallen und durch Feuchtigkeit Keime entstehen.

Auch wenn dieses Projekt rein fiktiv war und es natürlich einfacher wäre, Eicheln, Kastanien, Walnüsse und andere Baumsamen zum Keimen zu bringen und in der Erde zu stecken, war die Auseinandersetzung mit der Thematik der „Tiny Forrest“ und noch viel mehr das eigenständige Konstruieren, Planen und zum Teil Fertigen eines technischen Systems zur Herstellung eines nachhaltigen Produktes für die Klasse eine motivierende Herausforderung mit erstaunlichen Ergebnissen.

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